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Nachricht aus dem Archiv

baeuchlein schrieb am 02.June.2010, 23:38:49 in der Kategorie pc.windows

Rechteverwaltung - Pro & Contra

> Genau das ist das Gegenteil dessen, was ein Mehrbenutzer-System ausmacht.
> Man muss nicht die Dateien personalisieren, sondern veröffentlichen. Dafür
> gibt es öffentliche Ordner, in die diese Dateien hineingehören.

Es wäre allerdings sinnvoll, bei extern angeschlossenen Datenträgern als \"Default\" das zugehörige Verzeichnis (=Ordner) auch als \"öffentlich\" zu definieren (vom Betriebssystem her, nicht manuell vom Benutzer selber) und es dem Benutzer zu überlassen, es notfalls wieder nur für bestimmte Benutzer zugänglich zu machen, bzw. dasselbe mit Unter-Ordnern zu machen. Bei \"Heimatverzeichnissen\" oder ähnlichen Verzeichnissen für bestimmte Benutzer sollte hingegen als \"Default\" nur Zugriff für ebendiesen Benutzer (und für einen Systemadministrator, oder sowas Ähnliches) erlaubt sein. Sprich: Zumindest für bestimmte Verzeichnisse sollte das System standardmäßig bestimmte, vernünftig gewählte Zugriffsberechtigungen setzen. Bei manchen der hier beschriebenen Vorgänge habe ich den Eindruck, dass das anders läuft.

> > > Dann solltest du als Dateisystem FAT32 benutzen und kommst erst gar
> > nicht
> > > in die Verlegenheit.

Das ist erstens keine wirkliche Lösung des Problems (da gehört eher eine vernünftig erdachte, erklärte und vom System durchgeführte Zugriffsrechte- und Benutzerverwaltung zu), und zweitens drücken neue Windows-Systeme dem Benutzer mehr und mehr NTFS auf\'s Auge, soweit ich das mitbekommen habe. So nach dem Motto, \"mehr als 32 GByte können Sie leider nicht als FAT formatieren (weil wir keinen Bock hatten, es auch einzubauen; benutzen Sie doch Linux! :teufel:)\". Man muss also befürchten, dass diese \"Lösung\" demnächst ganz ad acta gelegt wird.

> Die gleichen Betriebssysteme werden nicht nur zu Hause verwendet, sondern
> sind auch in vielen Büros vertreten. Dort werden die Rechner z. B. von
> mehreren Usern verwendet - als Mehrfachbenutzer-System. Und dort ist es
> mehr als sinnvoll, dass Meier nicht an die Daten von Müller kommt etc. Und
> komm´ mir nun nicht mit irgendwelchen Rettungstools, mit denen man dann
> angeblich an alle Daten kommt. Meine Rechner hier sind so konfiguriert,
> dass sie NICHT von Diskette, CD oder USB starten.

Sagen wir\'s mal so... mit einem beliebig hohen Aufwand kommt man dann auch bei Dir noch an die Daten \'ran. Notfalls bricht man ein, klaut sich den Rechner und zerlegt ihn, so dass man dann mit einem geeigneten System wieder an die Daten kommt.

Andererseits soll dieser ganze Schutz ja auch gar nicht diese Art von Overkill-PC-Knacken verhindern, sondern nur, dass im \"Normalbetrieb\" keiner mit vertretbarem Aufwand an die Daten kommt, wenn er eben das nicht darf. Eine vernünftige Rechteverwaltung sollte sowas hinkriegen. Ob Microsofts neuere Windowse das akzeptabel hinkriegen, weiß ich nicht, da ich erst seit Kurzem ein XP mit (hoffentlich) sinnvoll eingerichteten Benutzerkonten benutze, und NTFS ist noch lange nicht \"dran\" mit Ausprobiert-werden. Nur: Dieses \"Ausprobier-XP\" lasse ich bis auf Weiteres auch nicht ans Internet \'ran, und auch die Rechner im hausinternen Netz sollten eigentlich nur begrenzten Zugriff haben. Da scheint aber noch irgendwas nicht zu stimmen dran, und bislang kriege ich nicht \'raus, was da genau schiefgeht.

Und wenn sowas passiert, verfluche auch ich Systeme mit Benutzer- und Zugriffsrechten, die sich de Facto offenbar nicht immer an dieselbigen halten. Da kann ich Jogi ganz gut verstehen.

> > ich arbeite immer mit
> > Adminrechten und man kann einfach nicht zu allen Dingen alle möglichen
> > Konstellationen durchspielen, es sei denn man hat Langeweile ;)
>
> Äh... eigentlich arbeitet niemand immer mit Admin-Rechten. Und das unter
> keinem Betriebssystem. Warum auch?

Doch, das macht \"man\" eigentlich sehr oft. (Wer drüber nachdenkt, macht\'s seltener, aber auch nicht \"nie\".)

08/15-Computerbenutzer machen\'s oft, weil sie es nicht besser wissen und von dem dürftigen \"Begleitmaterial\" beim Computer auch nicht so richtig drauf hingewiesen werden. Das ist zwar an sich unvernünftig von den Benutzern, aber ich gebe ihnen nur eine Mitschuld daran. Die Zeiten, wo ein Betriebssystem mit einem Handbuch ausreichenden Umfangs ausgeliefert werden, scheinen vorbei zu sein. Weder unter Windows noch unter Linux habe ich bisher ohne Zugriff auf \"externe Quellen\" ausreichend Material zur vernünftigen Benutzung gekriegt. Und dabei hantiere ich schon seit Langem mit Rechenknechten. Aber das ist jetzt \'ne andere Baustelle.

Außerdem mach(t)en es auch Benutzer von MS-DOS und den \"Klonen\" davon. ;-) Das lag natürlich daran, dass Benutzerrechte hier eh kein Thema waren und auch nicht \"eingebaut\". Lassen wir\'s also mal bei diesem etwas klugscheißerischen Hinweis von mir.

Und dann mache auch ich sowas schon mal, und zwar dann, wenn das Hantieren mit richtig eingestellten Benutzer- und Zugriffsrechten entweder nicht funktioniert oder aber wenn es zu aufwendig ist. Allerdings bin ich mir der Probleme mit der \"Admin forever\"-Einstellung bewusst und versuche, mich dementsprechend vorsichtig zu verhalten. Außerdem halte ich dann die Augen offen auf der Suche nach einer besseren Möglichkeit.

Ich hatte z.B. früher mal das Problem, dass ich unter Linux einfach nicht als 08/15-Benutzer scannen durfte. Nachdem alle Versuche nach Internet-Anleitungen und Linux-Büchern nix brachten, sagte ich mir, \"scheiß drauf\", und machte es halt als \"root\". Normalerweise habe ich dann allerdings auch nix anderes mit dem X-System gemacht, v.a. bin ich eben da nicht ins Internet gegangen. Manchmal musste aber auch das sein.

Später gelang es mir mit viel Gebastel, gewöhnlichen Nutzern auch die Scannerei zu erlauben. Ab da habe ich dann nicht mehr dauernd als Admin das System benutzt. Die Schuld an dem Ganzen sehe ich aber nicht bei mir, sondern bei denjenigen, die vorher keine Lust hatten, die Steine aus dem Weg zu räumen, die dem Scannen im Weg waren.

> > > Wie wurde das Admin-Konto kopiert? Einfach nur der Ordner in
> \"Dokumente
> > > und Einstellungen\" oder explizit durch das Kopieren des Profils und
> > > anschließender Zuweisung von entsprechenden Rechten?
> >
> > Houston, gibt es eine Prozedur? Ja, Saturn 1 ;)
> > Es wurde nach einer MS-Prozedur gemacht, nach welcher hab ich
> vergessen,
> > ist schon einige Zeit her.
>
> Offensichtlich...

Egal. Wenn er es nach MS-Prozedur gemacht hat, und genau das nicht funktioniert hat, dann ist MS daran schuld, nicht er. Fehler in deren Handbüchern und Anleitungen kann man nicht Jogi ankreiden.

> > > Das System arbeitet geplant. Dem Benutzer wird nichts anderes übrig
> > > bleiben, als sich an die Arbeitsweise zu gewöhnen...  ;-)
> >
> > Dazu müßte er darüber informiert sein, und zwar sehr prominent
> informiert
> > sein und nicht irgendwo im tausendsten Buch Lehrgang 1579348.

> Warum geht eigentlich jeder davon aus, dass man sich an einen Rechner
> setzt und man kann alles? Selbst, um eine Waschmaschine zu bedienen, schaut
> man vorher in das Handbuch. Und wer sich nicht auskennt, hat immer noch die
> F1-Taste...

Wie schon gesagt: Was ich seit Jahren als MS-Handbücher in die Finger kriege, ist für ein derartig komplexes System einfach zuwenig. Und über F1 finde ich oft genug auch nicht, was ich brauche, um ein Problem zu lösen. (Wobei dasselbe in Grün auch unter Linux häufig auftritt, nur meiner persönlichen Meinung nach nicht so extrem wie rund um Windows.)

Wenn man über diese Mechanismen aber nicht mit vertretbarem Aufwand an die Informationen kommt, die man für eine vernünftige Benutzung des Systems bräuchte, dann ist es meiner Meinung nach nicht mehr die Schuld des Benutzers, wenn da was schiefgeht. Benutzer- und Zugriffsrechte sind zwar im Prinzip schon lange peu a peu mit Windows ins Haus gekommen, aber man wird kaum jemals drauf hingewiesen, wo und wie man an die nötigen Informationen kommt. Das ist bei Waschmaschinen, Autos et cetera doch ein Bißchen anders.

Da bräuchte man dann doch mal eine bessere Kultur für die Verbreitung des für die Computerbenutzung nötigen Wissens. Genau das hat man IMHO seit ca. 20 Jahren versäumt; damals begannen die Computer gerade mit dem Einzug in die Haushalte. Davor waren sie im Prinzip Spezialgeräte, wo man halt selber schon mal aktiv nach Wissen suchen musste; danach waren es aber Alltagsgeräte, und bei denen muss sich auch ein Hersteller ein Bißchen drum kümmern, dass die notwendigen Informationen auch an den Benutzer kommen. Und bei Betriebssystemen sehe ich es ähnlich.

> > Es wäre also nötig das sich ein Systemanbieter an die Gepflogenheiten
> der
> > Arbeitswelt ihrer Kundschaft anpassen und nicht erwarten, die würden
> ihr
> > gesamtes Arbeitgebaren ausgerechnet auf MS unstellen.
>
> Das erinnert mich an den Bauarbeiter, der es viel zu anstrengend fand,
> ständig einen Helm aufzuhaben...

... mich dagegen eher an den Themenbereich \"Theorie und Praxis\". Der Airbag in Autos ist ja auch nicht für den normalen Betrieb des Autos gedacht. Der Hersteller rechnet da also durchaus schon mal mit Umständen, die theoretisch gar nicht vorkommen sollten.

Man sollte durchaus beim Konzipieren von Betriebssystemen auch mal an Leute denken, die sich nicht den ganzen Tag nur mit Computern beschäftigen. Zwar sollte das ganze System dann auch nicht unbedingt mit dem Ziel geplant werden, dass selbst der allerletzte DAU noch alles auf Anhieb damit hinkriegt, sonst landen wir bei Benutzerhinweisen, wie es sie erst in den USA und später auch hier immer wieder gab: \"Der Föhn sollte nicht in der Badewanne unter Wasser benutzt werden\" oder \"Der Betrieb einer Mikrowelle mit darin eingesperrtem Hamster ist unzulässig und kann dem Tier schweren Schaden zufügen\". Die andere Extremposition, \"wenn Du nicht alles über dieses Gerät weißt, fass\' es nicht mal an!\", ist auch nicht sinnvoll.

Die stark ausgeweitete Nutzung von Computern bringt es nun mal mit sich, dass irgendwer die Leute auch mal an solche Geräte \'ranführen muss. Computerkurse sind eine Möglichkeit, aber das braucht man für den Betrieb von Waschmaschine und Eierkocher normalerweise auch nicht. (Für\'s Auto allerdings schon.) Irgendwie muss man da mal ein sinnvolles \"Zwischending\" finden und dann auch dafür sorgen, dass Otto Normalbenutzer das auch mitkriegt und den Kram dann vernünftig zu benutzen lernt. Nur interessiert das die Verkaufenden meistens nicht.

> ich sehe hier genug
> externe Datenträger, die verseucht sind - Das sind private ala \"du ich hab
> da mal\" und \"gestern habe ich nur\"...

Wobei das Problem bei vernünftigem Umgang mit den Datenträgern deutlich vermindert werden kann. Dazu gehört einerseits, dass diese Privatmenschen selber sich Gedanken machen, was sie mit diesen Datenträgern tun sollten und was nicht - andererseits aber gehört dazu auch, dass nicht bei jedem Einstöpseln des Datenträgers das Betriebssystem gleich \"Autorun\" oder ähnlichen Scheiß veranstaltet, der nicht nur per Default eingeschaltet ist, sondern auch nicht 100%ig abschaltbar ist. Wir hatten den ganzen April über viel Spaß mit einem Virus, das sich genau über diese Funktion der MS-Systeme ins hausinterne Netz hineingeschlichen hat. Danach verbreitete es sich über andere Wege (die nach den von mir vorgenommenen Einstellungen alle dicht gewesen sein müssten) munter weiter.

Man sieht: \"Insecurity by Design\" ist ein ernsthaftes Problem. Es ist nicht immer nur der \"dumme Benutzer\".

> Wenn dir die M$-Systeme ungeeignet erscheinen, warum benutzt du sie dann?
> Immerhin kosten die viel Geld.

Weil die anderen auch nicht grundsätzlich besser sind?

Weil die Allgemeinheit die anderen Systeme noch weniger kennt und bei Problemen noch öfter \"benutz\' doch was anderes\" hört?

Sorry, wenn ich jetzt etwas pampig werde, aber dieses unsinnige \"hol\' Dir doch was anderes\" u.ä. kann ich langsam nicht mehr hören. Zunächst mal sollte der Hersteller/Programmierer eines Systems mal versuchen, es ordentlich hinzukriegen, und daran hapert es bisweilen schon gewaltig.
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