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Nachricht aus dem Archiv

baeuchlein schrieb am 26.May.2010, 21:15:07 in der Kategorie pc.security

Die Reaktion des kleinen Bauchs darauf

> [...] Ich versuche nur, realistisch zu sein:
>
> 1. Bitte nennt mir Quellen, in denen nachweislich dargelegt wird, dass
> Google die gesammelten Informationen personifiziert weitergibt, um damit
> Geld zu machen. Ohne diese Quellen sind es nur Vermutungen. Und nur von der
> Möglichkeit, dass es so sein könnte, zu reden, reicht nicht. Dann dürfte
> ich auch kein Küchenmesser haben, denn damit könnte ich ja auch jemanden
> umbringen.

Nun ja, dann zieh\' Dir mal einen Motorradhelm auf, klapp\' das Visier \'runter, pack\' das Küchenmesser aus und geh\' in eine Bank. Mal schauen, was passiert... :grins:

Du hast natürlich Recht damit, dass nicht jede bloße Vermutung ausreicht, um jemandem das Vermutete als Gewißheit zu unterstellen. Andererseits muss man sich schon oft fragen, warum tut X denn dies oder das, und was halte ich persönlich als Betroffener davon?

Ich vermute, dass Google mit diesen \"gesammelten\" IP-Adressen wirklich nicht sehr viel macht, auch wenn es IMHO zu Recht die Bezeichnung \"Datenkrake\" von vielen Leuten bekommt. Da sind die von Dir weiter unten genannten Beispiele (andere Google-Dienste, Facebook usw.; eben alles, wo man sich schon vorher beim Diensteanbieter extrem identifizierbar macht) schon deutlich bedenklicher. Ich schätze, die IP-Adressen benutzt Google, um vielleicht Statistiken aufzustellen, wie viele verschiedene Leute am Tag bei NT \'reinschneien, oder so. Man kann sich zwar jetzt drüber streiten, ob das nötig ist und wieso das nicht irgendwas von NT selber genauso gut machen könnte, aber die Weitergabe von IP-Adressen alleine ist vermutlich relativ unkritisch.

> 2. Wer sich an Analytics stört, müsste so konsequent sein und keinerlei
> Dienste von Google nutzen. Denn
> dabei gelangen die Informationen sogar direkt und ohne Umwege über dritte
> Websites, wie NT, zu Google. Google hätte es dabei also noch einfacher,
> genau diese Informationen zu sammeln und zu verwerten.

Das ist auch einer der Gründe, weswegen ich bis auf die Suchmaschine von Google bisher nichts von diesen Beispielen benutze. Die Sachen nützen mir nahezu nix, anderen dagegen ggf. durchaus was. Und bei Google bin ich da vorsichtig...

> Und ja, Youtube
> (auch das reine Ansehen von Videos) ist dann genauso gestorben, wie auch
> das Ansehen von Bildern, die bei Picasa hochgeladen wurden.

... wobei ich das von YouTube und Picasa nicht wusste; beide habe ich aus anderen Gründen bisher nicht benutzt.

Google Chrome stand schon kurz nach Bekanntwerden seiner Entwicklung unter Generalverdacht, von daher habe ich mich damit bisher nicht beschäftigt: Nützt mir wenig (andere Browser tun\'s auch), und dem Anbieter vertraue ich gerade nicht.

> 3. Weiterhin dürfen keinerlei Seiten aufgerufen werden, in die fremde
> Inhalte eingebettet sind. Denn die Anbieter dieser fremden Inhalte machen
> genau das, was Google auch macht: Sie speichern Informationen auf ihren
> Servern. Ohne diese Speicherung wären diese Angebote gar nicht möglich. Das
> betrifft natürlich alle Arten der Werbung, aber auch Besucherzähler,
> Statistiken, usw. Und vor allem betrifft dies auch die Sites, in die diese
> Elemente unsichtbar eingebunden sind, denn das ist eine bliebte Methode,
> Daten zu sammeln. Stellt sich nur die Frage, wie man mitbekommt, dass da
> etwas unsichtbar eingebunden ist …

Dass man oft nicht sieht, was da \"hinter den Kulissen\" abgeht, ist natürlich ein Problem. Letzten Endes kann ich da auch immer nur dem Seiten-Betreiber (welcher ja nicht der Inhalte-Programmierer ist) vertrauen (und ein paar Sicherheitseinstellungen machen, also z.B. keine Cookies für Seiten, die auch ohne diese einwandfrei funktionieren - sowas gibt es tatsächlich), oder eben die Seite meiden. Ist mir eine Seite zu verdächtig, dann mache ich auch genau das.

Wozu ich aber der Informationsspeicherung für Besucherzähler zustimmen soll, sehe ich da noch nicht. Ich kenne auch Seiten, deren Besucherzähler je nach dem von mir benutzten Browser anscheinend nicht funktioniert (evtl. liegt\'s an abgewürgtem Java/JavaScript o.ä.), deren Inhalte ich aber ohne große Einschränkungen benutzen kann.

Klar, die brauchen diese Informationen, damit deren Besucherzähler läuft, aber das kann man je nach Seite durchaus als überflüssigen Schnickschnack bezeichnen, für den ich nicht unbedingt Daten hergeben will. Da der potentielle Schaden da allerdings auch gering ist, käme ich nicht auf den Gedanken, irgendwelche Seiten nur noch mit Browsern zu besuchen, die denen die Besucherzähler abwürgen... da bin ich dann eben auch realistisch. ;-)

> 4. Übrigens übergibt man seine Daten nicht nur an Google - es gibt auch
> andere Suchmaschinen, die die Suchbegriffe in Verbindung mit diesen Daten
> auswerten und verwerten könnten. Also: Bitte überhaupt keine Suchmaschinen
> mehr verwenden. Denn die Profile, die erstellt werden könnten, sind
> wesentlich wertvoller als die Daten, die für Analytics-Statistiken
> gespeichert werden.

Korrekt, v.a. wenn man mal erfahren hat, dass viele der Suchmaschinen-Betreiber über 2-3 Ecken wieder zusammenhängen. Vor einiger Zeit konnte man das mal irgendwo in der Zeitschrift c\'t nachlesen; demnach gab es wohl nur zwei große Suchmaschinen-Anbieter. \"Google & Co.\" ist einer davon.

Da ich andererseits ohne Suchmaschinen manche Dinge nur schwer erledigt kriegen würde, benutze ich sie weiterhin. Ich bin mir aber auch dessen bewusst, dass vieles, was ich da mache, ziemlich direkt von diesen Unternehmen auswertbar ist. Für Manches benutze ich daher gar nicht erst das Internet.

> 6. Wir machen uns durchaus Gedanken, was wir bei NT wo einbauen. Im
> Hintergrund finden dazu auch sehr umfangreiche Diskussionen statt. Dass
> also ein Verantwortungsbewusstsein vorhanden ist, was wir den Usern zumuten
> - davon kann ausgegangen werden. Und dass wir den Datenschutz sehr ernst
> nehmen, haben wir, denke ich, öfter gezeigt; vor allem auch, als es darum
> ging, wie PMs gespeichert werden.
>
> Dies meine ich mit Realismus. Hier, durch das kleine Analytics-Script,
> werden nur ein paar Daten zur Erstellung von Statistiken gespeichert.

Das ist natürlich sehr vernünftig so. Aber auch scheinbar kleine, harmlose Skripte können da bisweilen unangenehm werden, insbesondere wenn es mehrere gibt. Jedes einzelne übermittelt vielleicht nur eine einzige Information, aber wenn diese Informationen an einer Stelle wieder zusammenlaufen und in Verbindung miteinander gebracht werden, wäre es schon nicht mehr so trivial.

Ich fand da vor Kurzem mal einen Test darauf, wie unterscheidbar meine \"Internet-Konfiguration\" (aus Browser mit Erweiterungen, Betriebssystem und Provider) eigentlich ist. Tatsächlich bezeichnete die testende Seite meine Kombination aus diesen Dingen als einzigartig unter den Tausenden von Internet-Nutzern, die da bisher schon vorbeigekommen waren. Und das für alle verschiedenen Kombinationen, die ich ausprobiert hatte - mehrere Rechner, mehrere Betriebssysteme, mehrere Browser. Jedes war nur einmal vorgekommen. Sprich: Es war prinzipiell unterscheidbar, an welchem Rechner ich unter welchem Betriebssystem arbeitete.

Natürlich weiß im Regelfalle die Gegenseite nicht genau, was sie da sieht. Die \"glaubt\" im vorliegenden Falle vermutlich, dass sie da vier oder fünf völlig verschiedene Benutzer gesehen hat. Wenn aber mal wesentlich mehr solcher Daten gesammelt würden, und v.a. wenn dabei mal zur Identifizierung des Einzelnen geeignete Informationen übertragen würden, dann sähe das schon anders aus.

Und weil ich das weiß, versuche ich immer, ein sinnvolles Maß einzuhalten. Facebook & Co. benutze ich schon allein wegen der Datenunsicherheiten nicht, bei NT rechne ich dagegen nicht mit grober Fahrlässigkeit oder gar Böswilligkeit der Betreiber. Aber immer mal wieder darüber nachzudenken, das lohnt sich durchaus. So manche erst unscheinbare (aber verdächtige) Internet-Seite stellte sich mir nach einiger Zeit als (meist indirekte) Quelle für Ärger, in einem Fall sogar eines Betrugsversuchs, heraus. Diese Seiten \"stanken\" aber im Gegensatz zu NT schon von Weitem nach potentiellem Ärger, wenn man mal drüber nachdachte.

> Und noch zu Achims Befürchtungen hinsichtlich der anderen Dienste:

Siehst Du? Kleine Unachtsamkeit, und schon weiß jeder: baeuchlein=Achim. ;-)

Okay, das kann man hier wirklich leicht erfahren. Ist auch unbedenklich und regt mich nicht wirklich auf, ich bin damit ja immer noch nicht eindeutig identifizierbar. Aber meinen Nachnamen halte ich aus Foren u.ä. immer ganz bewusst \'raus, sonst würde ich evtl. doch mal durch eine kleine Unachtsamkeit für wer-weiß-wen völlig identifizierbar.

Immerhin gibt es meinen Recherchen nach im Internet nur ganz wenige per Suchmaschine erreichbare Stellen, wo ich (und nicht etwa ein Namensvetter von mir) mit vollem Namen stehe. Und eigentlich wurde ich in keinem dieser Fälle gefragt, ob man meinen Namen einfach so für die ganze Welt lesbar machen durfte. Schadet bei diesen Fällen aber auch wenig, also stört\'s mich auch nicht.

> Das mit der Sie-Form in diesem Paragraphen hat übrigens nur den
> Hintergrund, dass wir den kopiert haben. Denn Google ist so ehrlich und
> weist darauf hin, dass da etwas ist. Andere Anbieter machen es ohne Hinweis

Ich hatte mir sowas schon gedacht. Wenn man mal drüber nachdenkt, ist es vielleicht auch besser so, also dass es nur kopiert wurde. Hätte jemand von NT es noch umformuliert, hätten sich vielleicht Fehler eingeschlichen, oder andere Interpretationen. So kann man sehen, wie derjenige es sieht, der diese Daten annimmt.


Also, Fazit (und natürlich wieder meine Meinung)... Ich fühle mich mit meiner Art zu surfen und zu posten hier bei NT ziemlich sicher. Dass auch über das von mir Geschriebene nicht leichtfertig hinweggesehen wurde, macht mich da noch sicherer. Weder ich selber noch die NT-Betreiber scheinen sorglos mit Daten (welcher Art auch immer) umzugehen.

Ich brauche mich also vorerst nicht von hier zu verabschieden, also wird der Rest von NT mich noch eine Weile ertragen müssen. :devil:
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