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Jogi [Gast] schrieb am 21.May.2010, 19:11:13 in der Kategorie verkehr.kfz

Unfall: Brems- mit Gaspedal verwechselt - wie geht das?

Problem ist imho weniger die starke Beschleunigung rückwärts als das Nichtbeenden -wollen oder -können des fehlerhaften Vorgangs.

Ob Lenken oder Gasgeben, manche Leute hören einfach nicht damit auf, geben noch Gas, wenn sie mitten im Laden stehen, lenken gegen den Baum obwohl sie schon dran kleben (wenn´s denn langsam genug war das sie überhaupt noch leben und das Fahrzeug überhaupt noch was macht).

Bsp. Ich fuhr mit einer Fahranfängerin mit einem neu gekauften Fahrzeug mit, als sie plötzlich in einer langen Kurve einer Autobahn-Auffahrt gegen ein Brücken-Geländer fuhr, für einen erfahrenen Fahrer völlig unerwartet und unvorhersehbar.
Die Lenkbewegung ging schlicht in die falsche Richtung, bis dahin war es ein noch so eben nachvollziehbares, wenn auch dämliches Spontanversagen. Aber dann, nur noch unerklärlicher Horror.
Ich sagte ihr: \"Lenk andersrum\"... sie tat es nicht, ich sagte: \"Brems\"... Sie tat es nicht. Ich griff rüber und riß das Steuer herum, sie riß für mich unerwartet mit aller Kraft dagegen an und dann krachte es. Der Wagen Schrott, das Geländer hin und die Vorderräder in der Luft.
Später behauptete sie ernsthaft und ohne den Eindruck zu machen mich verarschen zu wollen, daß alles so verdammt schnell ging, daß sie überhaupt nichts mehr machen konnte und der Wagen garnicht auf ihre Lenkversuche reagiert hätte, ich hätte es doch auch gemerkt haben müssen, ich hätte ihr doch noch beim Lenken helfen wollen.
Ein völliger Verlust jeglicher realistischen Einschätzung.
Ich hätte den schon auf Abwegen befindlichen Wagen noch angehalten oder in die richtige Richtung gelenkt, wenn ich zwischendurch noch aus dem Fenster geklettert wäre, einmal den Wagen außen auf den Kotflügeln umrundet hätte und dann in Ruhe den Ölstand unter der Motorhaube kontrolliert hätte, und das hätte jeder andere Fahrer auch gekonnt, solange fuhr das Fahrzeug jederzeit noch abwendbar auf die Brücke zu.

Ähnliches liest man immer wieder auch, wenn mal wieder einer eine ganze Tankstelle weggerissen hat, ein halbes Parkhaus abgerissen hat, eine mehrere hundert Meter lange Straße untätig und ohne es abzuwenden bis in eine Menschengruppe hinein gerollt ist. Es wird auf die Technik geschoben, \"es ging nicht schnell genug zu lenken\", \"die Bremse faßte nicht oder nur sehr langsam\", aber wenn man daneben sitzt meint man man ist im falschen Film, es scheint der andere hätte jegliche Reaktion ohne erkennbare Gründe eingestellt oder auf Zeitlupe runtergefahren. Es wird falsch oder garnicht gelenkt, garnicht oder viel zu lasch auf die Bremse getreten, das Gaspedal in den Boden genagelt ohne Sinn und Grund.
In meinem Beispiel mußte ich erst rüberlangen und den Zündschlüssel abziehen um den hochjubelnden Motor abzustellen, obwohl die Antriebsräder schon lange frei in der Luft drehten und es nun wirklich keinerlei Anlaß gab auf dem Gas stehen zu bleiben wo nun schon alles im Eimer war.

Das ist es auch was ich mit den zuvor beschriebenen Beispielen aussagen wollte.
Sicher nehmen manche Leute einfach keine Rücksicht beim Fahrspurwechsel, denken sich das der Herannahende doch sehen soll wo er bleibt. Aber bei vielen Vorfällen glaube ich einfach, die Verursacher können obwohl sie ihren Fehler sofort erkennen, die einmal gestartete Schrittabfolge aus unbekannten Gründen nicht mehr zurücknehmen oder korrigieren, obwohl sie mit dem Fahrzeug selber in anderer Situation normal umgehen können.

Und ganz wichtig. Das ist kein grundsätzliches Problem älterer Fahrer oder von Frauen am Steuer, nur stürzt sich da die Journallie besonders gerne darauf, wenn es dort mal wieder einschlägt.
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