Archiv
Ansicht:   
Suche   erweiterte Suche

Nachricht aus dem Archiv

Jogi [Gast] schrieb am 21.May.2010, 15:48:59 in der Kategorie verkehr.kfz

Unfall: Brems- mit Gaspedal verwechselt - wie geht das?

> Ich lese in den Zeitungen immer wieder von Unfällen, bei denen
> Bremspedal
> und Gaspedal verwechselt wurden. Kann mir jemand sagen, wie die
> das fertig bringen?


So simpel verwechselt wie man sich das anhand der Reißermeldungen vorstellt, wird das nicht sein.
Ich schätze das ein Großteil \"ungewollter Beschleunigungen\", die in den USA schon zu Riesen-Schadenersatzforderungen gegen Autohersteller führten, schlicht ein Abrutschen vom oder Nichttreten des Bremspedals bei Vorhandensein einer Getriebe-Automatik zur Ursache haben.

Man lernt eigentlich in jeder Fahrschule beim Umschalten der Fahrstufen das Fahrzeug gegen loskriechen in die gerade durchlaufende Fahrtrichtung zu sichern, sprich die Hand- oder Fußbremse zu betätigen bevor man den Wahlhebel anfaßt. Unterläßt man das, und schaltet man über die Rückfahrstufe zur Dauerfahrstufe, und trödelt man dabei oder verliert den Hebel aus dem Griff, dann kriecht das Fahrzeug rückwärts los. Hat man dummerweise auch noch den Hatschen oder den selber zurechtgeschnittenen Flokatie-Teppich auf dem Gashebel, dann kachelt er eben los.
Oder man versucht erschreckt die Bremse zu erwischen und tritt daneben, was wiederum die Frage aufwirft wieso Gaspedal und Bremspedal oft so dumm angeordnet sind, was mit einem Tritt auf´s Gas endet.

Dann kommt noch dazu, daß viele Leute offenbar generell und aus Gründen von Steuerungs-Unvermögen bzw. -Verzögerungen der Umsetzung eines Bewegungswillens in den entsprechenden Muskelbefehl imho völlig ungeeignet sind sowohl komplexere Maschinen als auch Fahrzeuge zu führen. Sprich, die brauchen eine Ewigkeit einen einmal eingeleiteten Prozeß abzubrechen und einen gegenteiligen einzuleiten.

Hast du bspw. mal erlebt, wie konsequent jemand der einem anderen die Fahrspur abschneidet bei diesem einmal eingeleiteten Vorgang bleibt, auch wenn es ihn Sekundenbruchteile später das Leben kosten wird, wie konsequent ein Fußgänger in ein ankommendes Auto sehenden Auges hineinrennt ohne die Aktion die er willentlich vermutlich schon Retour führen will körperlich auch nur ansatzweise ausführen zu können?

Mir ist neulich erst so einer auf die Motorhaube gestiegen. Zum Glück verfügt mein 300C nicht nur über einen Notbrems-Assistenten, der bei er-sensor-tem Bremsschlag (Weg-Zeit-Rechnung des Pedalwegs ergibt Notbremssituation) sofort alle Backen mit vollem Moment schließt, das Horn und den Warnblinker betätigt, sondern ist auch noch nach US-Normen vorne butterweich verformbar, so daß es außer zu heftigen Schimpftiraden meinerseits gegen dieses dumpfbaselige und vor allem ohne jeglichen Korrekturversuch konsequent zu Ende geführte Selbstmord-Versuchsverhalten dieses Gänger des Fußes zu keinen weiteren Folgen kam.

>
> War das beim Anfahren oder beim Bremsen? Sind das Automatikautos?

Ich geh von Fahrstufenwechsel über die Neutralstellung hinaus - ohne die pflichtgemäße Kriech-Vorsorge, sprich Betätigung eines der Bremssysteme - aus und also von Automatik-Fahrzeugen.

>
> Man würde ja gerne mal lesen, was da genau passiert ist. Vielleicht könnte
> man was daraus lernen. Aber die Zeitungsreporter berichten nur von
> \"Sensationen\". Nützliche Informationen, die solche Unfälle vielleicht in
> Zukunft verhindern könnten, sind den Zeitungsleuten nicht wichtig.

Wird man nicht zu lesen kriegen, es geht um Auflage, um die dickste Sensation.
So nach dem Motto:
Messner trifft Yeti: \"Oh d´rrr Yeti\" ... Yeti sieht den Messner: \"Oh d´rrr Messner\"
Archiv
Ansicht:   
Suche   erweiterte Suche
Auf unserer Web-Seite werden Cookies eingesetzt, um diverse Funktionalitäten zu gewährleisten. Hier erfährst du alles zum Datenschutz