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#418897 Wieso "Gewissensfrage"? Und meine Philosophie zum Thema... (pc.security)

verfaßt von baeuchlein, 12.12.2017, 17:56:13
(editiert von baeuchlein, 12.12.2017, 18:04:15)

Wieso "Gewissensfrage"? :kratz: Muss ich mich jetzt schuldig fühlen, wenn ich kein Antivirenprogramm dauerhaft auf dem Rechner habe? :lookaround: Oder wenn's nur die Bordmittel des ach so veralteten Windows 7 sind, weil, "man" hat ja schließlich heutzutage Windows 10?! :schaem: Angesichts dessen, dass man mittlerweile als Benutzer von Computern und anderen am Internet hängenden Geräten schon fast gesteinigt wird, wenn man nicht wenigstens einmal am Tag alle Updates für jegliche in der Wohnung befindlichen Geräte herunterlädt und augenblicklichst installiert, und angesichts einiger anderer Entwicklungen, die stets den Benutzer verteufeln und ihm den schwarzen Peter zuschieben, reagiere ich inzwischen sehr allergisch auf irgendwas, was auch nur an Schuldzuweisung an mich herankommt.

So, fertig geschimpft. :-P


Ab jetzt kommt wieder eines jener "Monster-Postings", für die ich inzwischen in mindestens zwei Foren berüchtigt bin. :blah: Wer es kurz haben will, gehe gleich ganz 'runter im Text, wo am Anfang des letzten Abschnitts das beruhigende Wort "Fazit" steht. :-D Dem Rest winkt wieder mal eine Reise durch des baeuchleins persönliche Philosophie, diesmal bezüglich der Viren-/Antiviren-Problematik. You have been warned. :devil:


Ich habe bis zum Aufkommen dauernd laufender Antiviren-Programme normalerweise jeweils einen Virenscanner auf dem Rechner gehabt, der aber von Hand gestartet wurde. Als dann unter Win9x allmählich nur noch Virenschutz zu haben war, der dauernd auf dem Rechner aktiv ist (und somit mehr oder minder viel Leistung des Rechners bindet), habe ich erst mal keinen Virenwächter installiert und stattdessen den eigenen Kopf ausnahmsweise mal zum Denken eingesetzt. :grins: Es passierte jahrelang fast nichts; ich entdeckte nach einiger Zeit lediglich zwei heruntergeladene Programme, die laut Antiviren-Software irgendwas Problematisches (wie Werbekrempel) oder Schädliches (typisches Virus halt) enthielten. Eines davon hatte ich längere Zeit benutzt, konnte aber nie irgendeinen Schaden feststellen. Das andere hab' ich dann halt unbenutzt in die Tonne getreten.

Noch später fand sich dann ein drittes Programm, das einen nicht näher erklärten Schädling enthalten soll. Interessant daran ist, dass es sich dabei keineswegs um einen Download aus "dubioser Quelle" handelt, sondern um ein direkt vom Software-Hersteller heruntergeladenes Programm. Bislang habe ich das Zeug zwar irgendwo 'rumliegen, aber noch nicht entschieden, was ich genau damit mache.

Mit der Zeit stellten sich dann auch die negativen Seiten aller möglicher Antiviren-Tools ein: Unerwünschtes, z.T. sogar unverhinderbares Löschen von Dateien. Fehlalarme. Durchgekommene Schädlinge. Störende Werbung (allerdings bei "Kostenlos"-Virenschutzprogrammen). Lahmende Rechner, die sich fast nur noch mit der Virenabwehr beschäftigten; den Vogel schoss ein Windows XP ab, dessen Virenschutzprogramm irgendwann nicht mehr für XP geeignet war, sich aber dennoch selbst auf eine Version "geupdatet" hatte, welche dann nicht mehr aus dem XP 'rauszukriegen war und den Rechner derart ausbremste, dass man nach dem Drücken des Einschaltknopfes erst mal 10-15 Minuten woanders hin gehen konnte, weil der Rechner vor Ablauf dieser Zeit zwar mit dem Booten fertig wurde (dauerte "nur" 1-5 Minuten...), aber noch nicht bedienbar war. Danach war in etwa 50% der Fälle der Rechner so lahm, dass jeder Klick auf irgendwas in Menüs erst nach 1-2 Minuten (!) eine Reaktion erzeugte.

Das letzte schlimme Virus kam im Jahr 2010 und nochmal 2011 bei uns vorbei. Es schlich sich über infizierte USB-Sticks hier ein und verbreitete sich dann jeweils in Minuten über das Netzwerk an alle Rechner, die unter XP liefen. Modernere Windowse hatten wir damals nicht, und ältere Windows-Versionen sowie Linux waren nicht betroffen - wobei ich eine Heidenarbeit damit hatte, das erst mal festzustellen... :uuuh:

Zwar meldete ein dauerhaft laufender Virenwächter auch, dass das Virus da wäre, nur eben zu spät: Der Virenwächter lief ausgerechnet auf jenem System, dass immer als erstes infiziert wurde und verhinderte offensichtlich nicht die Einnistung des Virus' in diesen Rechner. Dazu kam dann noch, dass dieser Rechner natürlich am Internet hing und außerdem fast den ganzen Tag lang laufen sollte/konnte/musste. Das war wichtiger als die Bekämpfung des Schädlings. :-|


Ich selber setze seit Jahren dauerhaft nur die mit Windows kommenden Virenschützer ein, also nix auf XP und Windows Defender auf Vista und Windows 7. Der Defender in Windows 10 soll gegenüber dem im Windows 7 deutlich ausgebaut worden sein, doch da wir bisher kein Windows 10 haben, kann ich da nicht viel zu sagen.

Ansonsten kommt es einmal in ca. 1-2 Jahren vor, dass ich alles unter Windows sichere, einen Kostenlos-Virenscanner drauf loslasse und dann sehe, ob sich was Neues zeigt. War bisher aber außer bei den oben erwähnten drei verdächtigen Programmen sowie den Vorfällen 2010 und 2011 nie der Fall. Der nicht von mir genutzte Rechner mit XP geht immer noch gelegentlich mit ebendiesem XP ins Internet, und es gab nur einmal einen Virus, der eventuell durchgekommen wäre ohne den damals noch laufenden nicht zu Windows gehörenden Virenschutz.

Mit den modernen Erpressungstrojanern haben wir bisher nur einmal Kontakt, als so einer in einer sehr verdächtigen E-Mail ankam. Der hat natürlich dann bei uns kein Bein auf die Erde gekriegt. Ein "trojanerfestes Backup-System", wie ich es seit 1-2 Jahren geplant habe, ist bei mir allerdings immer noch nicht fertig, weil dauernd wieder irgendwelcher Scheißkram dazwischen kommt (50% davon betrifft mich an sich nicht, aber die jeweiligen Personen wird man nur durch Erschießen los). Hoffentlich komm' ich bald mal dazu, das endlich fertig zu machen; es soll dann aus drei externen Platten bestehen, die für Backups genutzt werden und so "rotiert" werden, dass mindestens eine davon jeweils mit einem drei Monate alten oder älteren System im Schrank liegt.

Unter Linux verwende ich seit Jahren überhaupt keinen Virenschutz. Das liegt daran, dass bei mir bisher nur eine einzige Distribution sinnvoll einsetzbar ist, und mit deren "ClamAV" habe ich fast ausschließlich negative Erfahrungen gemacht - das Ding funktioniert so gut wie nie und wird von mir inzwischen als Haufen Schrott angesehen.


Bei mir funktioniert's also relativ gut mit Windows-Bordmitteln sowie Einsatz des Hirns als Schutz. Wenn sich jemand nicht so intensiv damit befassen will oder kann, wie ich es tue, kann ich das nachvollziehen. Da würde ich mir dann den Einsatz eines Virenschutzes überlegen, nicht aber zwei oder mehr Virenscanner zugleich plus noch irgendwelcher Reinigungs-/Optimierungstools für Windows - das führt nach allem, was ich so lese und manchmal direkt mitkriege, eher zum "Zumüllen" und Behindern des laufenden Systems.

Vor der Installation des jeweiligen Virenscanners empfehle ich dann ein Backup des Windows' in Form eines Datenträger-Images, damit man bei Problemen wieder zu diesem Stand des Windows' zurück kann. War damals beim durch einen Virenscanner ausgebremsten XP die einzige Rettungsmöglichkeit, nur war das Image schon ca. 7 Jahre alt... :crying:


Fazit: Ich plädiere für einen sparsamen Einsatz von Antiviren-Tools. Für den einen kann das "null" heißen, der andere setzt vielleicht die Windows-Bordmittel oder aber einen anderen Virenschutz ein. Mehr als das hat sich in keinem mir bekannten Fall positiv ausgewirkt.

Ach ja: Ich persönlich habe in den vergangenen neun Jahren meistens auf die kostenlose Variante von Antivir gesetzt, was aber v.a. daran lag, dass jemand anders es einsetzte und ich in der Lage sein musste, jedes Menü einzeln mit ihm durchzugehen. Also brauchte ich das auch mal bei mir selbst, damit wenigstens nicht immer jedes Menü von oben nach unten am Telefon vorgelesen wurde. In den letzten Jahren wurde es aber immer schwieriger, aus den stets weniger aussagekräftigen Labereien von Antivir beim Auffinden eines Bösewichts eine Gegenmaßnahme zu entwickeln. Ob das bei anderen Virenschutzprogrammen generell besser ist, weiß ich nicht. Von daher ist mein "Festhalten" an Antivir nicht als Empfehlung dafür zu sehen.

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