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#414263 Eigentlich ist das ein Problem unserer Marktwirtschaft (verkehr.kfz)

verfaßt von baeuchlein, 03.08.2017, 13:11:50

> > Ferner bist du
> > derzeit nicht "enteignet", oder hat man dir deinen geliebten
> Euro-6-Diesel
> > schon weggenommen oder ein Fahrverbot dagegen verhängt?
>
> Meine jährliche Fahrleistung beträgt 40-50.000 km...deswegen Diesel. D.h
> aus wirtschaftlichen Gründen benötige ich ca. alle drei Jahre ein neues
> Fahrzeug. Da derzeit der Markt für gebrauchte Dieselfahrzeuge weggebrochen
> ist, fühle ich mich natürlich enteignet.

Daran sieht man mal wieder, dass gefühlte Enteignung nicht unbedingt reale Enteignung ist.

Leider ist der Wert von Dingen in der hochgelobten freien Marktwirtschaft u.a. abhängig von Angebot und Nachfrage. Und die Nachfrage ist nun mal durch das ganze Gerede "gegen" den Diesel in den Keller gegangen. Ähnliche Dinge haben z.B. auch dafür gesorgt, dass die Zinsen auf Erspartes sich auf den Nullpunkt zubewegt haben. Das ist eher ein Problem mit der "Freiheit" in der Marktwirtschaft, auch wenn es im Falle des Dieselautos durch einige Firmen ausgelöst wurde, die tatsächlich Gesetze gebrochen haben. Danach kamen dann die Medien, die z.T. wirklich alles, was am Diesel schlecht ist bzw. sein kann, in einen Topf warfen und oft nur noch von "Dieselgate" und "Betrug" berichteten, anstatt mal genauer auf die jeweilige Sachlage einzugehen. Anschließend trat dann die mittlerweile für ihre Klagen berühmt-berüchtigte Deutsche Umwelthilfe auf den Plan, die sich einem mir mal untergekommenen Bericht zufolge zu wesentlichen Teilen aus Gerichtsprozessen (!) finanziert. Diese Organisation mag zwar mit ihren Klagen prinzipiell Recht haben, aber was sie damit auslöst, scheint sie weniger zu durchdenken. Und dann kamen natürlich die von Klagen betroffenen Städte aus den Löchern gekrochen, weil sie keine andere Wahl mehr hatten: Sie müssen dafür sorgen, dass die Schadstoffgrenzwerte eingehalten werden, auch wenn sie dafür Fahrverbote aussprechen müssen.

Ganz schön viele "Schuldige". Geplant enteignet hat dich aber keiner von denen, die hatten andere Zielsetzungen. Die aber führten durch die freie Marktwirtschaft zu Auswirkungen, die mal wieder keiner haben will - aber solange ausreichend viele politisch und wirtschaftlich Mächtige immer wieder Hohelieder auf unsere Wirtschaftsform singen, ohne sich nennenswert um die negativen Seiten derselbigen zu kümmern, läuft sowas immer wieder ab. Und der Bürger ist meistens der Arschkartenbesitzer.

Wenn wir nicht bald mal an den Problemen unseres Wirtschaftssystems arbeiten, knallt es irgendwann. Vielleicht, weil das System gegen die Wand fährt und wirtschaftlich oder sonstwie systemintern kollabiert. Vielleicht, weil irgendwas in der Umwelt so lange überbelastet wird, bis es "kippt". Vielleicht auch, weil immer mehr Menschen von "der Politik" die Nase voll haben, das aber die Mächtigen nicht zu Kurskorrekturen animiert.

Ansonsten: Du sagst, du brauchst "aus wirtschaftlichen Gründen" alle drei Jahre ein neues Auto. Nun, die Wirtschaftssituation hat sich halt geändert, könnte man salopp sagen. Niemand garantiert heute noch irgendwem, dass sowas nicht passiert.

Denke drüber nach, wann du dein Auto in der jetztigen und evtl. zukünftigen Situation sinnvollerweise verkaufst. Oder du fährst es halt bis zu seinem mehr oder weniger seligen Ende. Etwas anderes kann ich dir nicht raten. Unser Wirtschaftssystem gibt nun mal nichts anderes her. :-|

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