baeuchlein schrieb am 28.March.2010, 17:15:49 in der Kategorie verkehr.kfz
Unredliches Angebot & Landstraßen-Bremsmanöver
> dieses Antiradar- und Photografier-Gesetz ist genauso daneben wie das
> Gesetz gegen unerlaubte und unerwünschte Telefonwerbung (mit der Pflicht
> zur Rufnummernanzeige), da bei beiden Verstöße nur nach dem Zufallsprinzip
> geahndet werden können.
Oh, toll. Morde und Banküberfälle werden auch nicht alle aufgeklärt, also können wir die entsprechenden Gesetze auch abschaffen. Oder wie jetzt?
> > Also, ich verwende auch lieber den grauen Tempomaten in meinem
> > Schädelinneren zur Tempobegrenzung.
>
> Mein \"grauer Tempomat\" ist halt weniger schildergläubig, v.a. auch
> angesichts der häufig waldmäßig aufgeforsteten und auch bei
> Schrittgeschwindigkeit kaum verinnerlichbaren Vermassung, sondern auf
> zügiges und möglichst geräuscharmes Fortkommen bei weithin freiem
> Verkehrsraum gerichtet.
Ein gewisses Maß an fahrerischem Können (incl. Schilder lesen) musst Du schon mitbringen, wenn Du Auto fahren willst. Wenn Du regelmäßig gut sichtbare und auch sonst nicht allzu problematische Schilder ignorierst, gib gefälligst den Lappen ab und hör\' auf, eine Gefahr für andere darzustellen!
Sind es dagegen zu viele Schilder pro Meter, und/oder sind die zu verdeckt, dann kann ich Deine Ansicht verstehen und kenne da auch keine wirklich gute Lösung. Den Mittelfinger hochzurecken und mit 100 am Ortseingangsschild vorbei zu pesen, ist allerdings auch keine...
> Zu unserem Stadtteil führt eine vierspurige und ca. 2 km lange Auffahrt (
> nur Verkehrsstraße ohne Anlieger und nur 4 ampelgeregelten
> Einmündungen/Kreuzungen) mit bis zu 8% Steigung. Wenn ich die mit 100km/h
> im 5. Gang hochfahre, sind das Fahrgeräusch und der angezeigte Verbrauch
> wesentlich geringer als wenn ich im 3. Gang mit 50km/h hinter der
> Schaftrottelschlange herzockle.
> Außerdem genießt der Linksspurpulk mit 100 meistens eine \"Grüne Welle\",
> während es rechts mit 50 nur ein Stop-and-Go-Gezockel mit den üblichen
> Anfahrschläfern gibt.
Das scheint schon eher für ein Tempo 100 zu sprechen. Andererseits... wenn auf den 2 km vier Ampeln sind, dann vergiß\' das mit Tempo 100 wieder! Die entsprechenden Brems- und Beschleunigungsmanöver (das mit der grünen Welle klappt garantiert auch nicht immer) machen in meinen Augen keinen besonderen Sinn. Die von Dir erwähnte Ampelschaltung allerdings auch nicht.
> Genauso habe ich es vor Jahren schon auf einer Fahrt nach Bonn eines
> Montagvormittags erlebt: Wegen kurz aufeinanderfolgender Ausfahrten bzw.
> Einmündungen war ein ganzer Autobahnabschnitt geschwindigkeitsbeschränkt,
> obwohl nur auf der Autobahn nennenswerter Verkehr herrschte. Nach
> kilometerlangem Zähverkehr mit Stillstand, LKWs auf rechter und linker Spur
> und entsprechend nervösen Spurwechslern löste sich die gefährliche
> Situation nach Aufhebung des Tempolimits minutenschnell auf.
Was, bitte, ist an einem \"kilometerlangen Zähverkehr mit Stillstand\" eigentlich gefährlich?? Erst mal nichts, außer das Ende des Staus, wenn da wieder ein Penner mit Karacho \'reinbrettert. Die \"nervösen Spurwechsler\" hingegen sollten mal weniger Hummeln im Hintern haben, wenn sie Auto fahren. Man kann halt nicht immer bundesweit mit Tempo 100 oder mehr vorankommen.
Wenn ich nun noch bedenke, dass Du von LKW-Schlangen gesprochen hast, dann weiß ich auch, warum u.U. eine Tempobegrenzung bei Auffahrten sein muss. Da kommt man häufig nur relativ schlecht \'rein, wenn die sehr dicht hintereinander fahren, und noch schlechter, wenn sie mit 100 km/h und mehr durch die Lande fegen. Wobei es allerdings Tempo 100 auf der Autobahn plus ein vernünftiger Beschleunigungsstreifen an der Auffahrt dann tun sollten. Oder mehrspuriger Ausbau, wenn möglich.
> Hie und da gibt\'s ja Verkehrsleitsysteme mit flexiblen Anzeigen, aber
> flächendeckend wären sie beim heutigen täglichen Verkehrsaufkommen dringend
> nötig.
Bringt nix. Da, wo ich bis vor Kurzem immer mal wieder über die Autobahn fegte, gibt\'s auch die Brücken mit Anzeigen drin. Aber außer bei \'ner Stauanzeige mit dem Zusatz \"Unfall\" reagieren viele Leute gar nicht drauf und pesen mit 130 oder mehr an Dir vorbei, wenn Du die erlaubten 100 oder gar stattdessen 110 fährst. Danach kommt ganz plötzlich und völlig unerwartet der angekündigte Stau, und die Tiefflieger steigen mächtig in die Eisen, um sich dann im \"Reißverschlußverfahren\" einzuordnen. Das heißt in dem Falle, dass sie die kleinstmögliche Lücke aussuchen, in die ihr Wagen noch \'reinpaßt, und dann \'reinfahren, egal wie eng (im direkten und übertragenen Sinn) das dann wird.
Wenn eine ausreichende Menge an Fahrern auf die Schilder pfeift, hilft so\'n Leitsystem nix mehr, es wird zum Leidsystem. Dann haben wir irgendwann auch auf Autobahnen Schwellen und Blumenkästen zum Bremsen derjenigen, die meinen, sie wüßten am Besten, wie schnell sie fahren können, und Straßenschilder wär\'n nur Blechverschwendung.
> P.S.: Unser neues Samsung Smartphone checkt die Fahrstrecke im Navimodus
> auch auf \"Pass-auf\"-Stellen, die auf der Karte und durch einen Piepton
> angezeigt werden. Im Stadtverkehr gewinnt dann der Satz: \"Bei mir piept\'s
> wohl,\" eine ganz eigene Bedeutung.
So in der Art funktioniert Vadderns Gerät auch. Es wird zum einen geprüft, ob man schneller fährt als es laut der Daten im Gerät auf der gerade befahrenen Straße erlaubt ist, und zum anderen werden dem Gerät bekannte feste Tempomessstellen auch durch eine Warnung verkündet. Die kommt zum Glück auch weit genug vorher, so dass man bei mäßigem Zu-schnell-fahren (bis ca. 20 km/h zuviel) ohne Vollbremsung auskommt.