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Nachricht aus dem Archiv

Jörg Lorenz schrieb am 27.May.2010, 09:50:48 in der Kategorie pc.security

Die Reaktion des kleinen Bauchs darauf

> Nun ja, dann zieh\' Dir mal einen Motorradhelm auf, klapp\' das Visier
> \'runter, pack\' das Küchenmesser aus und geh\' in eine Bank. Mal schauen, was
> passiert... :grins:

*g* Hat Google denn einen Helm auf?  :-D
Nein, im Ernst - bei der Bank hier gegenüber ist sogar ein Schild dran, dass Helme abzunehmen sind. Ob das überall so ist, weiß ich gar nicht …

> Ich vermute, dass Google mit diesen \"gesammelten\" IP-Adressen wirklich
> nicht sehr viel macht, auch wenn es IMHO zu Recht die Bezeichnung
> \"Datenkrake\" von vielen Leuten bekommt.

Naja, man könnte da viel spekulieren. So sozial, dass die einen Dienst einfach so zur Verfügung stellen, werden die nicht sein - höchstens wäre das dann PR.

Mit Analytics habe ich persönlich keine Erfahrung, kenne das nur daher, weil ich einen Adsense-Account habe und so mit Informationen versorgt werde. Aber sich sehe da einen anderen Zusammenhang:

An erster Stelle steht für Google, mit Werbung Geld zu verdienen. Dazu gibt es (ich beschränke mich mal nur auf das \"reine\" Google) drei wesentliche Säulen:

- AdWords
- AdSense
- Analytics

Mit AdWords kann jeder Google beauftragen, Werbung zu schalten. Dies geschieht natürlich hauptsächlich auf den Websites. Das heißt also, ich beauftrage Google, für mich eine Anzeige zu schalten und bezahle dann an Google dafür - das sind die Einnahmen durch Google, also das, woran Google verdient. Je öfter meine Werbung angeklickt wird, desto mehr muss ich an Google zahlen. Diejenigen, die den Dienst AdWords in Anspruch nehmen, sind also die Firmen, die man in den Anzeigen sieht.

Halten wir fest: Durch AdWords verdient Google umso mehr, je öfter die Werbung angeklickt wird.

Nun kommt AdSense ins Spiel. Diesen Dienst nehmen die Website-Betreiber in Anspruch, indem sie diese Werbeanzeigen schalten. Das heißt, sie binden einen JavaScript-Code ein, durch den Google diese Anzeigen sichtbar werden lässt. Auf die Inhalte dieser Anzeigen hat man nur insoweit Einfluss, als dass Google versucht, die Anzeigen auf die Inhalte der Webseite abzustimmen. Durch jeden Klick auf die Werbung verdient der Website-Betreiber einen kleinen Teil von dem, was Google durch die Anzeigen (also durch AdWords) einnimmt.

Halten wir fest: Durch AdSense verdient der Website-Betreiber ein Stück von dem, was durch Google eingenommen wird. Also Google-Netto = Google-Brutto - Einnahmen des Website-Betreibers.

Ersichtlich wird also, dass umso mehr verdient wird, je öfter die Werbung angeklickt wird - beide Seiten (Google und Website-Betreiber) haben somit ein großes Interesse daran, dass die Seiten mit der Werbung so oft wie möglich aufgerufen werden. Sonst würde man die Werbung ja gar nicht erst sehen.

Und da kommt Analytics ins Spiel.
Bei der Optimierung der Aufrufe ist es schon mal sehr wichtig zu wissen, welche Seiten wie oft aufgerufen werden. Das kann jeder kleine Besucherzähler. Aber das ist noch nicht alles, weil die Aufrufe ja sonstwie erfolgen konnten. Wichtiger ist es, dass man sieht, wie diese Aufrufe zustande kamen. Das wäre also zuerst die Frage, ob diese Seiten per Suchmaschine gefunden wurden. Wenn ja, ist das schon mal gut. Aber es geht weiter.

Bei der Optimierung der Websites muss man auch dafür sorgen, dass die User die nicht gleich wieder verlassen, sondern die User sollen durch Inhalt, Aufmachung, usw. gebunden werden. Das heißt, sie sollen sich mit der gesamten Site (also nicht nur mit einer Seite) beschäftigen. Und da ist es wieder wichtig, dass man feststellt, ob die Aufrufe durch einen User erfolgten und woher sie (auch innerhalb der eigenen Site) kamen.

Usw., usf., da gibt es noch viele andere Seiten, die bei der Optimierung beachtet werden müssen - das soll ja hier keine Abhandlung werden.  ;-)

Bei der ganzen Geschichte gibt es allerdings zwei Probleme.
Erstens: Wie kann man erkennen, wer wie wo wann von wo eine Seite aufgerufen hat?
Zweitens: Wie kann man sicherstellen, dass diese Erkennung trotz der Möglichkeit gewährleistet ist, dass man die Browsereinstellungen fälschen kann und andere Angaben auch sehr ungenau sind?

Das heißt wiederum, dass man bestimmte Zusammenhänge erstellen und auch Informationen speichern muss. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob der Aufrufer Max Mütze, Bärbel Beispielfrau oder Manfred Mustermann war; dabei spielt es keine Rolle, ob der User Sex-Seiten, Excel-Seiten oder Foto-Seiten aufgerufen hat. Eine Rolle spielt nur, dass - wie bei einer Datenbank - bestimmte Informationen (ein-) eindeutig zugeordnet werden können, damit man einen User eben als einen User erkennt.

Um das etwas abzukürzen: Durch diese ganze Prozedur ist man in der Lage, seine Seiten als Bestandteil der gesamten Site zu optimieren. Dadurch erhöht sich durch AdSense die Anzahl der Klicks auf die Werbung und dadurch wiederum die Höhe der Einnahmen durch AdWords. Durch Nutzung von Analytics optimiert man also die Einnahmen, die der Website-Betreiber erhält, aber vor allem natürlich Google.

Und ich habe das jetzt nur auf das \"reine\" Google bezogen. Die anderen Google-Dienste (Youtube, Picasa, usw.) tragen natürlich auch ihren Teil dazu bei.

Bei Anbietern anderer Elemente (Besucherzähler, Statistiken, usw.) sieht es vom Prinzip her auch so aus. Nur sind die halt nicht so bekannt und man macht sich keine Gedanken darüber. Deshalb sieht man dazu auch keine Informationen im Impressum o. ä., nur bei Google muss man das halt machen …

Nur noch dazu (muss ja auch wieder arbeiten  ;-)):

> Ich fand da vor Kurzem mal einen Test darauf, wie unterscheidbar meine
> \"Internet-Konfiguration\" (aus Browser mit Erweiterungen, Betriebssystem und
> Provider) eigentlich ist. Tatsächlich bezeichnete die testende Seite
> meine Kombination aus diesen Dingen als einzigartig unter den
> Tausenden von Internet-Nutzern, die da bisher schon vorbeigekommen waren.
> Und das für alle verschiedenen Kombinationen, die ich ausprobiert hatte -
> mehrere Rechner, mehrere Betriebssysteme, mehrere Browser. Jedes war nur
> einmal vorgekommen. Sprich: Es war prinzipiell unterscheidbar, an welchem
> Rechner ich unter welchem Betriebssystem arbeitete.

Ja, solch ein Script ist in ein paar Minuten erstellt; das ist nicht schwer. Anhand der Angaben, die der Browser automatisch mitsendet, kann man diverse Sachen erkennen und die IP leistet auch einen Beitrag. In manchen Fällen kann man sogar den Arbeitgeber erkennen.  ;-)

Aber: Das geht auch nur, wenn man die Standardeinstellungen des Browsers nicht verändert und wenn der Provider anhand der IP auch erkannt wird. Das heißt, dass diese Angaben nicht stimmen müssen und dass man sich als Website-Betreiber eigentlich nicht darauf verlassen darf.

Du wirst es sicher wissen, aber trotzdem:
Wenn man im FF in die Adresszeile \"about:config\" eingibt, kommt man an diese (und an mehr) Einstellungen heran und kann diese ändern. Gibt man zum Beispiel als Key \"general.useragent.extra.firefox\" ein, kann man als Wert für den Browser jeden beliebigen Namen vergeben. Dann ist schon mal der Browser nicht mehr zu erkennen. Usw., usf., allerdings sollte man da etwas vorsichtig sein, weil man da auch - ähnlich wie bei der Registry - ein paar Sachen eingeben kann, die mehr Schaden anrichten.

So, nun geht es wieder an die Arbeit …
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