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Nachricht aus dem Archiv

Jogi [Gast] schrieb am 26.January.2010, 14:10:14 in der Kategorie nt.usertreffen

Eigentlich Offtopic

> > Threads noch nie geschlossen (Threads schließen ist imho eine
> Unsitte und
> > trifft die die es nicht treffen soll nämlich die die sich gerade im
> Moment
> > des Schließens mühen ihre Münze dabeizulegen oder nur wegen eines
> schiefen
> > Nebenzweigs den Hauptzweig nicht mehr kommentieren können),
>
> DAS finde ich großartig! Ich kenne leider auch Foren, bei denen eine rege
> Zensur durch \"Schließen\" von Threads stattfindet. Meiner Meinung nach
> gehört sowas gar nicht in eine Forensoftware.

Kenn ich auch, und finde es scheußlich.
Wenn jemand was zu einem Thema zu posten hat, kann er das auch nach 20 Jahren noch tun, wenn man Threads offen läßt. Ob das bei tagesaktuellen Themen sinnvoll ist nach 10 Jahren noch was anzuhängen kann jeder selbstdenkende Poster selber entscheiden, dafür braucht es keinen der zuschließt.

Auch ein Hintenüberkippen (pruning) von Beiträgen, wie es oft in Foren vorgenommen wird, finde ich zum Kotzen, man wirft dabei - ob Dreck oder nützliches Werk - die Leistung der Autoren einfach so weg, quasi eine digitale Bücherverbrenung. Einzige Ausnahme ist imho ein begrenztes kleines Privatforum, das mit eng begrenztem Speicherplatz für die Datenbank auskommen und somit rationieren muß. Aber sowas kann man auch lösen indem man Datenbanken auf kostenlose Server ausgelagert oder noch einfacher indem man, wenn man auf glänzenste Modeforensoftware verzichten kann, in Flatfiles - speichert und diese bei Bedarf auslagert. Da ist zwar mit Einschränkungen zu leben, aber die größte Einschränkung ist doch die das gesammelte Wissen der Autoren einfach wegzuwerfen.

> (Und ich finde es schön, dass das hier so selten stattfindet, dass ich
> eigentlich davon ausging, dass es hier nicht geht.)
>
> > Spam wird
> > gelöscht, unerwünschte Konten werden gelöscht (Spammer, Schadtrolls
> usw.),
> > alles andere bleibt stehen.
>
> Ich sehe aber auch einen fundamentalen Unterschied darin, ob Beiträge ohne
> Anmeldung geschrieben werden können. Vermutlich ist das bei dir nicht so?

Ich seh darin lediglich ein fremdverursachtes Haftungsproblem im völlig mit Blödsinns-Regeln zugekleisterten deutschen Rechtsraum. Jeder Penner kann hier bei uns dahergelaufen kommen und einem Forenmaster sein Projekt versauen.
Darauf kann man mit mehreren Mitteln reagieren.
Im deutschen Rechtsraum haben alle von mir betreuten Foren bis auf einen evt. vorgesehenen Gastbereich eine Pflichtreg. (automatisch anhand Authentifizierung u.a. zum Schutz vor Spam-Bots) die privateren eine admingeprüfte Pflichtreg. (wenn´s sehr privat wird, dann mit Personalauthentifizierung), die Zielgruppen sind natürlich dann bei solchen Hürden natürlich nicht die breite Öffentlichkeit - ich meine, es mag ja keiner bspw. gewisse Intimdetails der kompletten Welt ungeprüft preisgeben - und wenn ich komplett offene, nur wie oben beschrieben minimalmoderierte Foren bauen möchte (man beachte den Konjunktiv und frage nicht ob das Offenlassen konkreter Aussagen aus Versehen passiert ist), dann bin ich nicht blöd genug, die ausgerechnet auf dem hahnebüchen verbauten und verkomplizierten deutschen Rechtsraum unterfallenden Servern, womöglich unter Klarnamen plus ladungsfähiger Anschrift, rennen zu lassen ;)
Es gibt Orte die unter bspw. Autorenrechten und -Pflichten, unter nicht existenter Anbieterkennung (Impressumspflicht durch die keiner ohne Juradiplom mehr durchblickt) etwas anderes verstehen als deutsche Rechtsverdreher meinen das es so sein müßte. /Diese Bereiche merkwürdig verdrehtester Juristenregeln sind imho ein großes Hindernis der freien Entfaltung des Internet, ein Hindernis das wieder mal fast ausschließlich Deutsche/Europäer tragen sollen, obwohl es für einen Privatanbieter so gut wie untragbar ist.

Aber ich schweife ab.
Für \"populärinhaltliche\" Foren - ohne solche angedeuteten speziell schutzbedürftigen Inhalte - bin ich immer gegen eine Anmeldepflicht gewesen, das Gastrecht ist ein lobenswertes Anzeichen von Toleranz. Das Einführen der Reg. damals bei SL hat mit veranlaßt erstmal für eine Zeit fernzubleiben und erst später wieder einzureggen.
Ein nächster Zornespunkt war bei mir dann erreicht, als ich rein zufällig so gegen Ende meiner Anwesenheit dort bemerkte, daß dort unglaublich viele eindeutig einem Autor (nicht seiner Realperson mit Anschrift und Adresse, aber eben so eindeutig ihn jederzeit wiedererkennen und diskriminieren zu können) zuzuordnende Daten gespeichert und unter den internen Engines abgeglichen wurden, was sich imho nicht mit den berechtigten Datenschutzinteressen der User deckt.
Auf sowas hab ich selber noch nie zurückgegriffen, es widerspricht imho dem Gedanken der freien Meinungsäußerung und dem Persönlichkeitsschutz verankert im Grundgesetz (in dem Fall eben der nicht namentlich aber erkennbar und diskriminierbar aufscheinenden Internetpersönlichkeit).
/Aber auch da schweift der Blick schon wieder ab, irgendwie sowieso ein gut zum Abschweifen geeignetes Thema ;)
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